Sonntag, 5. Juli 2015

als letzter auf der bank - life is very long, when you are lonely

Anton, Berti, Conni, Det, Edi, Fritzchen. Die Mainzelmännchen. Jeder kennt die, jeder mag die. Kein ZDF ohne Mainzelmännchen. Aber was ist mit der ARD? Die haben sowas nicht! Doch, sie hatten! Es erinnert sich nur niemand. Die hießen Ute, Schnute, Kasimir. Die mochte auch bestimmt jeder. Ich habe sie gehasst.





Als Kind hatte ich Ähnlichkeit mit Kasimir, fanden zumindest meine Mitschüler der Grundschule. Dass ich deutlich mehr Haare hatte als Kasimir, hat niemanden interessiert. Irgendjemand kam darauf, mir diesen Spitznamen zu verpassen und fortan war ich Kasimir. Auch die Mädchen nannten mich so. Kein Lehrer griff ein. Meine Eltern wussten es nicht.

Seit frühster Kindheit kämpfe ich den niemals zu gewinnenden Kampf um Anerkennung. Kasimir war nur der Anfang, aber er ist die rote Linie meines Weges. Ich stamme aus gutem Haus. Mein Vater Chefarzt im örtlichen Krankenhaus. Meine Mutter immer da, eine schöne Frau. Meine Schwester zart wie ich, aber ein Luder. Sie kannte alle Tricks. Ich kannte keine.

Ich war ein guter Schüler und das hatte in der Grundschule auch Vorteile. Ab dem ersten Tag der Klasse 5 auf dem Gymnasium sollte es mit der Ruhe vorbei sein. Die Großen erkannten in mir sofort das perfekte Opfer und schon in der ersten großen Pause flog ich in die Pissrinne. Einfach so. Die Menschen sind böse.

Ich war in der Latein-Klasse bei den Besten, die Noten immer gut. Lehrer lieben Jungs wie mich. Dafür hassten mich andere. Kaum einer traf sich mit mir am Nachmittag. Mir war langweilig. Mein bester Freund wurde der Lötkolben. Ich lötete alles: Radios, Kabel, Fernseher. Die verhassten Mitschüler, die mich eigentlich verachteten, fraßen Kreide und fragten zunehmend nach, ob sie mal mit ihren kaputten selbstgebastelten Boxen vorbeikommen könnten - den Hochtöner löten. Ich lötete alles zu ihrer Zufriedenheit, kostenlos. Ich bestellte die Ersatzteile bei Conrad, denn ich bekam Mengenrabatt. Alle wollten schnell wieder weg. Nur manchmal gelang es meiner Mutter, sie mit einem Stück Kuchen zu ködern und blieben noch eine Viertelstunde. In dieser unterhielten sie sich mit meiner Mutter. Sie war freundlich zu den Jungs, sie wusste ja nichts. Und zu mir war sie immer gut.

So ging es durch die Mittelstufe und plötzlich war ich 16 und Oberschüler. Jetzt kamen auch Mädchen dazu. Unsere Schule war ab der Oberstufe gemischt und das änderte viel. Zumindest für meine Mitschüler. Es kamen auch neue Schüler dazu, z.B. von der Realschule. Es waren auch nette dabei, einer konnte richtig gut löten und war nett. Er hatte es aber geschafft, einen der Coolen und Angesehenen zu seinem Freund zu haben und war weniger auf mich angewiesen als andersherum. Einige meiner Peiniger gingen zum Glück, sie waren zu dumm für die Oberstufe und machten nun Lehre. Der schlimmste, Uwe, wurde Tennislehrer! Er hat mich jahrelang immer geboxt, immer auf den Oberarm, einfach so. Ich hatte immer blaue Flecken. Die konnte ich aber daheim nicht zeigen. Uwe war eigentlich mein einziger regelmäßiger Besucher. Auch seiner Eltern waren wohlhabend, er war ihr einziges Kind. Uwe war noch einsamer als ich.

Ich war im Mathe-Leistungskurs und durfte mit anderen LKs die Klassenfahrt nach Prag mitmachen. Viele meines Zweit LKs Physik waren auch dabei und die hübschesten Mädchen aus dem Französisch LK. Die Reise war mein Durchbruch. Es war Ende der Achtziger Jahre nicht üblich, dass man mit guten Kameras verreiste. Ich hatte mir aber schon immer die beste Kamera gegönnt und war top ausgerüstet. Sowohl die coolen Jungs auch als die schönen Mädchen waren sehr daran interessiert, später gute Bilder zu haben. Und so war im Zentrum der Gruppe. Immer dabei, in jede verbotene Abendplanung eingeweiht. Jedes Erbrechen habe ich festgehalten, jede Knutscherei, jede Diskussion mit den linken Lehrern, die alles durchgingen ließen, selbst wenn sie ein der Jungen Union nahestehender Schnösel als „Apo-Sau“ beschimpfte.

Ich trank nichts. Ich hatte niemals Alkohol getrunken. Hier sah ich, welchen Schaden das anrichten kann. Die Schüler waren nicht mehr Herr ihrer Sinne. Aber ich verstand die Logik. Auch die Mädchen tranken viel zu viel und waren noch früher betrunken als die Jungs. Und dann knutschten sie rechts wie links. Einmal gab ich die Kamera aus der Hand und bat einen Mitschüler, ein Bild von mir Arm-in-Arm mit dem aufregenden Mädchen mit den wilden Locken zu machen. Sie war betrunken und eigentlich auch nett, also alles kein Problem. Kurz bevor er abdrückte, nahm ich noch schnell einen Flachmann in die Hand, hielt ihn an den Mund und tat, als tränke ich. Ich tat es, um nach der Reise dieses Foto herumzeigen zu können, damit andere mich cool fänden. Ich hasse mich bis heute dafür.

Ich zog das mit den Fotos durch. Ich entwickelte alle 1.938 Fotos in einer Nacht in meiner Dunkelkammer und lud die ganze Bagage zu mir nach Hause ein. Alle kamen! Die peinlichsten Bilder hatte ich aussortiert, gedankt hat mir das nie jemand. Meine Mutter machte ganz tolles Essen und ich kaufte das teuerste Bier und alle füllten die von mir vorher minuziös erstellte Tabelle mit den Nachbestellungen aus. Es waren Tausende Bilder. Ich lud wieder alle ein zum Tag der Bilderübergabe. Es kamen nicht mehr alle. Viele nahmen die Bilder für andere mit, diese würden dann später bezahlen, sagten sie. Bis heute habe nicht einmal die Hälfte des Geldes erhalten.

Die Clique war aber nun bei mir gewesen und sie waren auch in der Schule offener zu mir. Sie hatten gesehen, wie schön wir wohnten. Sie hatten die Gastfreundschaft meiner Mutter genossen, mein Fotostudio gesehen, meiner Schwester auf ihren Hintern gegafft und jeder kannte jemanden, dem mein Vater auf dem OP-Tisch des Kleinstadtkrankenhauses irgendwann mal Gutes getan hatte. Das muss sie aggressiv gemacht haben, da in der Folgezeit seltsame Dinge bei uns passierten. Zweimal stand der örtliche Pizzabote mit 12 fertigen Pizzen vor unserer Haustür. Wir hatten aber nicht eine einzige Pizza bestellt und mussten den enttäuschten Mann zurückschicken. Das war sehr unangenehm für meine Mutter. Darüber hinaus erhielt meine Mutter in meiner Abwesenheit einen Anruf von der Gema. Ich war nicht nur gut im Löten und Fotografieren, ich hatte auch stets aktuelle Filme aus der Videothek auf VHS überspielt. Der angebliche Gema-Anrufer fragte meine Mutter, ob dies stimme, denn so etwas sei ja illegal. Meine Mutter verneinte dies, packte aber noch in dieser Nacht alle Kassetten in Umzugskisten und verseckte sie in unserer Waldhütte. Sie hatte den Anruf nicht als Fake erkannt und wollte mich retten. Sie war mit den Nerven fertig. Vorwürfe hat sie mir nie gemacht.

Ich reduzierte den Kontakt zur Clique und ich glaube, sie wussten warum. Aber bald war Abitur und die Leute verteilten sich in alle Richtungen. Dann ging ich 12 Monate zur Bundeswehr und verbrachte meine allerschlimmste Zeit. Life is very long, when you're lonely. 



Dies ist meine Geschichte. Heute lebe ich in Berlin und arbeite als Forscher für Volksgesundheit am Robert-Koch-Institut. Ich bin verheiratet. Ich bin nicht glücklich. Oft bin ich traurig. Ich habe eine neue Passion entwickelt und versuche, Gesetzmäßigkeiten im Fußball zu erkennen und hieraus ein besseres taktisches Verständnis des Spiels und letztlich Handlungsempfehlungen für Trainer abzuleiten. Fußball schaue ich meist daheim mit meiner Frau, bisweilen aber auch in einer Kneipe nicht weit unserer Wohnung. Ich mag die Leute dort, aber mich behandeln sie schlecht. Sie schmeißen mich zwar nicht in die Pissrinne aber grundlos aus der Kneipe, vor allem, wenn sie betrunken sind. Das ist gemein und ich weiß nicht, was ich machen soll.

Mein Name ist Justin Hagenberg-Scholz. Ich vermesse den Fußball.

Folgen Sie mir auf Twitter! @OptaJustin

Freitag, 26. Juni 2015

das missverständnis



Wir treffen uns an der Bushaltestelle, hatte er zu mir gesagt. Ich war seinen Anweisungen gefolgt. Es war keine besonders schöne Bushaltestelle, aber sie war verlassen. Das zählte in diesem Moment. Okay, zuerst war sie nicht verlassen. Eine alte Frau tat das, was man für gewöhnlich an Bushaltestellen tut. Eine alte Frau also wartete auf den Bus. Und das war schon das eigentliche Problem. Denn solange die alte Frau, die sich immer mal wieder nach dem Bus umschaute, und  mich sonst argwöhnisch beobachtet, nicht von dem Bus aufgegriffen und somit aus der Bushaltestelle verschwunden war, blieb diese letzte Bushaltestelle vor der Speckgürtelstadt belegt. Er wird mich an dieser Bushaltestelle nicht treffen, solange die Bushaltestelle, die keine besonders schöne Bushaltestelle, aber eben eigentlich verlassen war, durch die Präsenz der alten Frau ziemlich das Gegenteil von verlassen war. Immer scheitert es an diesen Kleinigkeiten, dachte ich, und sah wie ich die alte Frau weiter beobachtete. Ich saß in der ihr gegenüberliegenden Bushaltestelle und wartete nun auch auf den Bus, der offensichtlich verspätet war, anders konnte ich mir das Verhalten der alten Frau, die manchmal auf ihre Uhr, manchmal in Richtung Bus und meist aber in Richtung gegenüberliegende Bushaltestelle blickte. Dort saß ich, und wusste, dass er, solange die Bushaltestelle, die voller Graffitis und Hinweisen, aber eigentlich keine schöne, sondern nur eine für gewöhnlich verlassene Bushaltestelle war, nicht verlassen war, auch nicht hier aufkreuzen würde. Auch nach 10 Minuten saß ich und die alte Frau stand. Sie schaute mich an, und mit aufsteigender Verzweiflung sah ich sie nun auch an. Sie blickte mich an und ich blickte sie an. Beide Bushaltestellen waren belegt. Meine Bushaltestelle war die Bushaltestelle ohne Graffitis, aber er wollte sich an der Bushaltestelle mit dem „Ultras Köpenick!“-Schriftzug treffen, hatte er mir gesagt und ich war, wie gesagt, seinen Anweisungen gefolgt. Aber obwohl es keine besonders schöne Bushaltestelle war, und auch keine Häuser in der Nähe waren, es sogar einen Fahrplan gab, der, so sagte mir meine Aufzeichnungen, vom Busfahrer jedoch aus mir unbekannten Gründen nicht eingehalten wurde, blieb es vor allen Dingen eine nicht verlassene Bushaltestelle. Aber, das hatte er mir gesagt, solange die Bushaltestelle nicht verlassen war, würde er hier nicht aufkreuzen. So sah ich die Frau an, die mir auf einmal nicht mehr so alt erschien, und die Frau blickte erst mich und dann die Leere an. Hin und wieder durchbrach ein Lastwagen unser nunmehr liebgewonnenes Ritual. Sogleich blickte ich auf den Boden, und als der Blick wieder frei war, sah ich, dass auch sie auf den Boden geblickt hatte. Wir spiegelten uns. Aber sie wartete an der richtigen Bushaltestelle auf einen Bus, dessen Nichterscheinen mir arge Probleme bereitete. Ich komme erst, wenn die Bushaltestelle verlassen ist, hatte er mir am Telefon gesagt, und wenig später den roten Knopf gedrückt. Ich kannte den Ort, ich kannte die Zeit, aber die Bushaltestelle war nicht bereit. Das bereitete mir jetzt, vielmehr noch als die Blicke der alten Frau, an die ich mich längst gewöhnt hatte und die ich lässig mit eigenen Blicken konterte, große Sorgen. Seine Informationen waren, so viel war mir klar, fundamental für den Fortlauf der Dinge. Er hatte die Dokumente, die mein nunmehr zwei Wände meines Wohnzimmers überspannende Zeichnung einen entscheidenden Schritt voranbringen würden. Aber die Bushaltestelle, an der wir uns hatten treffen wollen, blieb auch nach 20 Minuten nicht verlassen und die alte Frau, die eigentlich nur älter als ich, aber keineswegs alt war, blickte jetzt auch nicht mehr in meine Richtung, sondern nur noch in die Richtung des nicht erscheinenden Busses. Manchmal auch auf die Uhr. Das Zeitfenster schloss, und ich fuhr zurück in die Stadt. Die alte Frau blieb zurück, und blickte mir ein letztes Mal hinterher. In ihrer linken Hand hielt sie einen Hefter.  

Mittwoch, 17. Juni 2015

ich bin koi! - heistek trifft dembowski

Im Oderbruch: Ein Lama bereitet sich auf das Rennen vor.  [Photo: Omorp]

"Ich bin Koi!" 

Das große Ermittler Heute!-Sommerinterview

Von Genevieve Heistek



Hinter Liepe beginnt der vergessene Teil der westlichen Welt. Hinter Liepe stellt man die Roaming-Funktion seines Telefons besser aus. Hinter Liepe kommt nur noch die Oder.

Sah ich gerade noch die Rockergangs auf ihren sonntäglichen Ausflügen zum Schiffshebewerk Niederfinow, spazierte ich gerade noch mit einem Senf-Likör aus Zimmermanns Senfstübchen, sehe ich mich nun mit dem großen Nichts konfrontiert.

Hier nahe dem Ende des 19. Jahrhunderts erbauten Schöpfwerks, hier wo sich Feldlerche und Fasan Gute Nacht sagen, liegt die Lamafarm des Ermittlers Dembowski und der Oderbruchpsychologin Dörte und des Karpfen Kois, der, während ich langsam durch die Hofeinfahrt rolle, zu einem Begrüßungssprung ansetzt.

Über der Farm kreist ein Roter Milan.  Auf der langsam zerfallenden Veranda erblicke ich Dietfried Dembowski. Der Ermittler trägt seinen Trademark-Strohhut und schwarze Boxershorts. Sein Bart ist ungepflegt, seine Haare sind lang.  Americana-Drones wabern durch die Luft.

 „Alles“, sagt Dembowski und bemüht sich langsam von seinem Stuhl, „hängt mit allem zusammen.“

Deswegen bin ich hier. Darüber will ich mit dem großen Mahner reden.

Doch erst einmal führen Dembowski und Dörte mich über ihre Farm. Dort einige Lamas, hier ein paar Rinder, und immer wieder der See. „Das war früher nur ein kleiner Tümpel“, sagt die in Insiderkreisen als Expertin geschätzte Oderbruchpyschologin, „aber wir mussten ihn ausbauen. Die Eisdecke wurde für Koi zu einem Problem. Sie hat ihn erdrückt.“  

Dörte und Dembowski verwickeln mich in ein Gespräch über Uferschutzzonen, Grasfrösche, Kaulquappen und die Rückkehr der Biber. Wir sitzen auf einem Steg, der weit in den  4.32 Meter tiefen See hineinragt, und lassen unsere Beine im Wasser baumeln.  Es ist Sommer. Der Soldiner Kiez ist weit entfernt. Der Ermittler deutet noch einmal auf den Roten Milan. „Unsere Drohne“, sagt er und zückt ein Tablet. Wir beobachten uns jetzt von weit oben, inmitten dieser kargen, von den Seitenarmen zerschnittenen Landschaft. Wir sehen uns, wie wir uns beobachten. „Wir sind der unwichtige Teil dieser Welt“, bemerkt Dörte.

Mein Name ist Genevieve Heistek. Für Ermittler Heute! spreche ich mit dem ehemaligen Ermittler des Jahres. Man bittet mich nun endlich in die Stube. Ein Holztisch. Vier Stühle. Ein Kamin. Eine Hängematte. Ein Klavier. Ein Plattenspieler. Unter der Decke ein alter Ventilator. Ein Stück weiter: Ein schwerer Kronleuchter.  Kornblumen. Wohin man schaut. Auf dem Tisch, in großen, schweren Vasen auf den Dielen der Stube. Eine große Tür mit Blick auf die Koppeln. Zur Alten Oder fallen die Weiden hinter den Pappeln ein Stück ab.

Ermittler Heute: Dietfried Dembowski. Wir befinden uns in der Sommerpause. Im Winter ernannten wir Sie zum Ermittler des Jahres.  Was passierte dann?

Dietfried Dembowski: Ach, seien Sie doch still! Beeindruckend. Sie haben den Preis tatsächlich an Johann Ramoser überreicht? Arbeitet Frau Güllü noch für Sie? Lassen Sie mich eine Sache klarstellen. Ein guter Ermittler legt falsche Fährten. Ein guter Ermittler beschreibt den Ist-Zustand und zeigt Perspektiven auf. Das sehe ich bei Ramoser nicht. Der Bozener Polizeihauptkommissar ist eine Schande für unseren Berufsstand. Erinnern Sie sich? Der Unfall im Trainingslager, und das Cover-Up? „Natürlich kann man aus jeder Wiese raustreten, sonst muss man auf eine Rennstrecke gehen.“ Damit hatte er im Grunde genommen alles gesagt. „Sonst muss auf eine Rennstecke gehen“. Das will natürlich niemand. Die Bilder sind zu gewöhnlich, erst das Alpenpanorama macht es tollkühn. Ramoser arbeitete dem Kapital zu. Diese Tatsache allein rechtfertigt keinen Preis. Wissen Sie, wie ich das nenne? Ramosern! Und Garcia? Der, aber dazu kommen wir später sicher noch, hat mit den Behörden gemeinsame Sache gemacht. Ein absolutes No-Go!

Dörte: Er trank wieder. Er prügelte sich. Er verschwand. Sie haben versucht, ihn zu zerstören. Aber Dietfried war stärker. Sie können ihn angreifen, sie können ihn eine Ecke stellen, doch Sie werden dadurch keinesfalls den Lauf der Welt stoppen. Es ist Ihre Angst. Es ist nicht unsere Angst.

Im Dezember 2014 wurde Dembowski für seine Recherchen im Falle Marco Reus ausgezeichnet. Seine Ausführungen waren zum damaligen Zeitpunkt bemerkenswert, und von einer großen Vision getrieben. Reus, hatte der Ermittler erklärt, würde dem Angebot der Bayern nicht erliegen, sondern sich vielmehr für den Sprung in die MLS entscheiden. Wenige Wochen später stellten sich seine Behauptungen weiterhin als bemerkenswert, jetzt jedoch bemerkenswert falsch heraus. Reus verlängerte seinen Vertrag bei der strauchelnden Borussia aus Dortmund. Dembowskis Ermittlungen waren von vornherein in eine falsche Richtung gelaufen. Aber er hatte einen Punkt. Ich baue ihm eine Brücke.

EH: Sie sind über Marco Reus gestolpert. Was nach einem Coup aussah, erwies sich als veritabler Flop. Wie aber kamen Sie auf diese Idee?

DD: Ich wollte einen Trend aufzeigen. Ich wollte diesen Trend überspitzen.

EH: Trend?

DD: Ach, hören Sie doch auf. Sie wissen genau, wovon hier die Rede ist. Im Fußball geht es längst nicht mehr um die 90 Minuten auf den Platz. In den oberen Ligen, bei den Stars der Liga greift das nicht mehr. Das Spiel ist zur lästigen Pflicht geworden. Es ist die Maschine, die den Geldfluss befeuert. Das Ende jedoch ist noch lange nicht erreicht. Die Vereine zieht es nach China, nach Malaysia, nach Japan. Die Vereine, ich will sie fortan Wirtschaftsunternehmen nennen, zieht es in die Vereinigten Staaten. Nur eben die einzelnen Spieler im besten Fußballeralter noch nicht. Aber das ist nur eine Frage der Zeit. Darauf wollte ich hinweisen. Dann bricht alles zusammen.

EH: Was ist der Antrieb der Vereine?

DD: Neue Geldquellen anzapfen, neue Kunden generieren. Die Erzählung wird vorangetrieben, gleichzeitig auf einen Hashtag, auf ein kurzes Video, einen aussagekräftigen Moment hinuntergebrochen. Klopp triff auf Kagawa. In zwei Sprachen. Auf Facebook, Twitter, Weibo, Periscope, der Moment als Vine in Endlos-Schleife. Der Jugendspieler als Option auf die Zukunft. Er kommt nicht mehr aus der Region, sondern nach ihm wird weltweit gefahndet. Im Idealfall findet man ihn bei einem US-Verein. Der große Traum. Der Spieler, who came through the ranks ft he youth academy und jetzt US-Nationalspieler wird. Der zur Ikone des Spiels wird. Mehr geht nicht. Das ging bei Julian Green noch in die Hose, der Dortmunder Junior Flores ist in der Versenkung verschwunden, aber merken Sie sich einfach den Namen Christian Pulisic.

Dazu kommt, dass die Medienabteilungen der Wirtschaftsunternehmen größer sind als der Kader der Profimannschaften. Die Webseiten müssen auf mindestens vier Sprachen verfügbar sein. Fußball verbindet, jedoch nicht mehr national, sondern weltweit. Schweinsteiger und Philipp Lahm halten Reden auf Mandarin. Xabi Alonso kann jetzt Deutsch. Wir sind immer dran. Egal, wer wir sind. Egal, wo wir sind. Wir müssen nur davon erfahren. Wir müssen uns mit der Erzählung gemein machen. Hier der am Boden liegende Traditionsverein, dort der aufstrebende Emporkömmling, der strauchelnde Kultklub, da der bewegungsunfähige Tanker und natürlich der große Repräsentant deutscher Kultur. Lederhosen und MiaSanMia. Das ist der letzte Grund für den Erfolg auf dem Platz.

Diese Nähe zum Verein, diese falsche Nähe, diese vorgegaukelte Nähe, diese Ubiquität von Informationen zieht sich durch alle Bereiche des Spiels. Es ist entzaubert. Jetzt beginnt die letzte Phase der Kapitalisierung.  Wussten Sie, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nun Die Mannschaft heißt? Das ist doch absurd. Aber es ist auch konsequent. Die Auslandsvermarktung funktioniert nicht mit sperrigen Wörtern. Auch hier: Reduktion als Zauberwort.

EH: Image steht über sportlichem Erfolge und der sportliche Erfolg dient ausschließlich der Gewinnmaximierung?

DD:  Ja. Wobei es ist in Deutschland ohnehin fragwürdig ist, überhaupt von sportlichem Erfolg zu reden? Was ist das? Ein zweiter Platz hinter Bayern? Die Qualifikation für die Champions League? Der Nichtabstieg in letzter Sekunde? Ein glücklicher Pokalsieg?

EH: Das kann ich Ihnen nicht sagen.  

DD: Dann lassen Sie mich das beantworten! Alles, womit die Unternehmen Geld verdienen können. Alles, was den Sponsor in einem günstigen Licht erscheinen lässt, alles, durch das….

Dörte: Manchmal frage ich mich, warum sich Dietfried überhaupt noch für Fußball interessiert. Er ist in diesen Momenten immer so verbittert.

DD: Lass mich. Wir sollten über das Sommerfest reden.

Am morgigen Tag steht auf der Lamafarm das alljährliche Sommerfest an. Die Planungen laufen auf Hochtouren. Während wir uns unterhalten schauen immer mal wieder Lieferanten hinein. Sie liefern Biere, Wein, Softdrinks. Sie liefern Fleisch. „Das Gemüse, das Obst“, sagt Dörte, „das beziehen wir von hier. Das bauen wir an. Da leben wir autark.“

Zum dritten Sommerfest haben sich illustre Gäste angekündigt. Neben den wenigen Bekanntschaften aus dem Oderbruch, neben den liebgewonnen Besuchern der Lamafarm hat sich auch die Soldiner Kiez-Gang angekündigt. Kneipier Hauke Schill, Fußballvermesser Justin Hagenberg-Scholz samt Gattin Berenice, Spielerberater Ridley Ferundula, der sich bereits vor einigen Wochen mit dem Hausboot auf den Weg in Richtung polnische Grenze gemacht hat. Aus dem fernen Liechtenstein wird Demobwskis verstorben geglaubter Rivale, der Boulevardreporter Jens Reiser erwartet. „Vielleicht bringt er den ortsansässigen Berater mit“, verrät uns Dembowski. Die alte Dortmunder Seilschaft um Redermann hingegen hat keine Einladung erhalten, die lange, beschwerliche Reise aus dem Ruhrgebiet wird nur vom Trainer angetreten. Dem Titelverteidiger im Lamarennen. Es ist der traditionelle  Höhepunkt des Sommerfests.

Der Trainer, sagt der Ermittler und winkt ab, sei unschlagbar. Schon immer gewesen. Dörte grinst. „In diesem Jahr nicht“, merkt sie an. „Er wird ein Alpaka reiten. Ich ein Lama. Den Unterschied wird er nicht bemerken.“ Dembowski lacht. Zum ersten Mal seit meiner Ankunft auf der Lamafarm. „Gnhihi. Der kennt die Panini-Bilder der letzten 40 Jahre auswendig, doch daran scheitert er.“

EH: Sie legen viel Wert auf eine akribische Planung ihres Sommerfests. Alte Wegbegleiter besuchen Sie, kehren mit großer Freude an diesen vergessenen Ort zurück. Was ist Ihr Geheimnis?

Dörte: Die vollkommene Abgeschiedenheit der Farm, die damit einhergehende Weltfremdheit, die Besinnung auf das Ursprüngliche. Der Stamm, die vier Elemente. Der Mangel an Kommunikationsmöglichkeiten. Wir haben hier für unsere Gäste nur eine Festnetzleitung.  Das Internet stellen wir ab. Für die Dauer des Sommerfests gibt es nur diesen einen Ort auf der Welt. Und unsere Gitarren. Kurzum: Es ist ein Sehnsuchtsort.

DD: Sobald ich die Gäste zu Koi geführt habe, verändert sich ihre Wahrnehmung. Sie können auf einmal wieder unterscheiden. Sie können auf einmal wieder klar und strukturiert denken.  

Um den Ermittler auf die Schliche zu kommen, muss man sein Verhältnis zu Koi verstehen. Der einsame Karpfen spielt in Dembowskis Leben eine große Rolle. Während unseres Gesprächs bezeichnet er ihn wiederholt als „meinen Weggefährten“, „meinen Bruder im Geiste“. Eine durchaus ungewöhnliche Einschätzung. Ist von Koi die Rede, wendet sich Dörte ab. Sie sei, so sagt sie, beim Ausbau des Sees federführend gewesen. „Das war Dembowskis großer Traum. Ich habe meine Lamas, er seinen Karpfen. Die Ballade von Dietfried und Koi. Es ist eine traurige Ballade. Aber es ist auch eine große Erzählung“ erklärt die Oderbruchpsychologin.

EH: Was fasziniert Sie an Koi?

DD: Ein Ermittler ist wie ein Karpfen. Koi gründelt den Seegrund auf, er siebt den Boden nach Nahrung, doch der große Rest fällt zurück an seinen Platz, wird nur für einen Moment erschüttert. Mehr kann ich als Ermittler auch nicht leisten. Eine Erschütterung, ein kurzes Aufwirbeln. Mehr ist da nicht.

Das Fußballjahr 2014/2015 war eine Ernüchterung. Man merkt es Dembowski an. Der freie Fall des BVBs, die vorzeitige Entscheidung im Meisterschaftsrennen, der Aufschwung VfL Wolfsburgs, die Bedrohung Red Bull, und, natürlich, die alles überlagernden Skandale im Hauptquartier des Weltfußballverbands. Nur Schalke 04 und der Hamburger SV lieferten ab.

EH: Herr Dembowski, was ist Ihr Fazit der vergangenen Saison?

DD: Fazit Nummer 1: Der BVB ist ein normaler Verein geworden. Er zerrte von seinem Gründungsmythos, von seinen Hashtags, von seinen Fans, von seinem Trainer. Fazit Nummer 2: Was ein Event! Welch Spannung! Fazit Nummer 3: Wir können alles berechnen. Wir können alles erklären! Fazit Nummer 4: Nie waren wir machtloser.

EH: Lassen Sie uns das einmal Punkt für Punkt durchgehen.

Mittlerweile hat Dörte die Stube verlassen. Sie ertrage das alles nicht mehr, sagt sie. „Fußball, Fußball, Fußball. Gibt es nur das?“ schimpft sie.

DD: Sie ist ein wenig dünnhäutig. Zugegeben. Gleichwohl versteht sie den Ansatz. „Lama, Lama, Lama!“ Ich kann das auch nicht mehr hören. Aber das ist ihre Welt. Jeder braucht eine Welt. Niemand kann die Brutalität der Realität ertragen. Wir suchen uns eine Ersatzrealität, und machen sie dann zu unserer eigenen Realität. Wir sehen die Nachrichten, und werden erschlagen von den Krisen. Wir sehen die Nachrichten, und wenden uns ab. Wir hören von Kriegen, Krisen und Korruption, und auch wenn Krisen und Korruption auch in unserer Scheinrealität existieren, so dienen sie letztendlich nur unserer  Unterhaltung. Manchmal verschwimmen die Realitäten, manchmal können wir nicht mehr differenzieren. Was ist wichtig, und was ist unwichtig? Was wird bleiben, und was wird vergehen? Brot und Spiele. Das ist unsere Welt. Und bei mir geht es um Spiele. Die Sache mit dem Brot bekommen wir nicht wieder hin. Dafür ist die Welt zu komplex. Und sonst gibt es dafür das Zentrum für politische Schönheit.

EH: Danke für Ihre Ausführungen! Ich spare mir meine Erwiderungen. Dass Sie die Augen verschlissen, ist allenthalben bekannt. Das müssen wir nicht weiter besprechen. Wenn für Sie das Schicksal wirklicher Menschen nicht von Bedeutung ist, wenn Sie sich nicht, und zwar immer nur im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, für Ihre Mitmenschen einsetzen, wenn Sie alles einfach nur so …

DD: Einspruch!

EH: Abgewiesen….Wenn Sie alles einfach nur so hinnehmen, dann ist das so. Dann ist das tragisch. Ihre Ausflüchte haben Humor, doch sind sie jenseits von Gut und Böse. Vielleicht ist das sogar eine Stärke. Ihr Schuldeingeständnis zeigt zumindest, dass Sie das Böse nicht auf andere Personen abladen wollen, und dass Sie sich selbst nicht als das Gute sehen. Kommen wir aber nun zurück zu Ihren Punkten. Punkt 1 war die Dortmunder Rückkehr zur Normalität. 

DD: Exakt. In dieser Saison wurde die echte Liebe enttarnt. Ein Blick auf die Tabelle genügt. Ein Blick auf das Ende der Klopp-Jahre genügt. Das ist natürlich das maßgebliche Beispiel.

EH: Der Fußballphilosoph Eilenberger hatte das Ende herbeigesehnt. Und traf dabei auf großen Widerstand.

DD: Genau genommen kam Eilenberger doch zu spät. Was Klopp wirklich auf dem Trainerstuhl gehalten hat, war die Klausel in der Champions League-Ausfallversicherung. Das ist ja komplett untergegangen. Dem BVB wären dadurch Millionen durch die Lappen gegangen. Die Champions League war bereits nach dem Köln-Spiel im Oktober nicht mehr zu erreichen, der Abstieg hingegen nie eine Option. Da hat man die Saison eben mit Klopp beendet. Das hatte aber nichts mit der vom Philosophen beschriebenen Wagenburg zu tun. Das hatte rein finanzielle Gründe. Das ist jetzt nur ein Beispiel für das Verschwinden der Romantik. Es gibt ja noch hundert Beispiele mehr.

EH: Punkt 2 waren die Hashtags und die Events.

DD: In aller gebotenen Kürze: Wenn sogar die Abfahrt eines Mannschaftsbus live über die Stationen gejagt wird, dann ist irgendwo etwas falsch gelaufen. Schon lange. Dann halten wir das nicht mehr auf. Verstehen Sie mich nicht falsch. Nicht jeder denkt in Hashtags, nicht jeder denkt an die Vermarktbarkeit. Aber dort ist das Geld. Da kommen wir immer mehr hin. Das ist bedenklich. Und da muss man gegensteuern. Da muss man vermitteln, was ein Stadionbesuch bedeutet. Das muss man weitergeben. Aber ein Besuch wird immer teurer. Und Fußball ist kein Fernsehsport. Auch wenn Experten wie Hagenberg-Scholz das anders sehen.

Der Ermittler eilt jetzt durch die Antwort. Er wird spürbar lustloser. Seine Gedanken kreisen immer wieder um das große Sommerfest auf der Lamafarm. Er schaut mich an. „Diese Alpaka-Nummer. Da geht mir das Herz auf.  Wir laden die Städter ein, und nutzen ihre Ahnungslosigkeit aus. Dörte ist schon ne Nummer“, sagt er. Dörte, und Koi, mehr braucht Dembowski nicht, hat man das Gefühl. Der Rest ist ein Zeitvertreib, ein notwendiges Übel. Doch er lässt sich nicht darauf festnageln, er weicht den Fallen aus. „Ich kann Ihnen nicht sagen, wieso wir hier sind“, philosophiert er, und man möchte ihm raten, sich doch lieber weiter mit seinen Ermittlungen zu beschäftigen, sich weiter seinen Trinkgelagen hinzugeben. Er sagt, das wird mir zunehmend klarer, wenig. Nicht, weil er nichts zu sagen hat, sondern weil er sich schützen will. Weil, so drückt er es einmal aus, er „zu viel Dunkelheit gesehen hat.“

EH: Lassen Sie uns das jetzt schnell beenden. Punkt 3: Alles kann berechnet werden.

DD: Das liegt auf der Hand. Es gibt für alles eine Erklärung. Hinsight is a bitch. Nach den Partien skizzieren die Experten die spielentscheidenden Situationen, nehmen die Taktik auseinander, erklären uns anhand von Statistiken die vergangenen 90 Minuten. Wir kennen die Laufwege, die Passquoten und die Erfolgsquoten nach Standardsituation, wir haben die Heat Maps vor uns, und wir sehen den entscheidenden Zweikampf in Endlosschleife und sezieren jede Entscheidung des Schiedsrichters. Wir haben uns von der individuellen Klasse der Spieler verabschiedet, und berauschen uns an den Avataren, deren Bewegungsläufe wir vorher bereits detailgetreu auf unseren Konsolen studiert haben. Aber wissen Sie, was mich wirklich besorgt?

EH: Nein!

DD: Dass all diese Dinge natürlich von größter Relevanz sind. Die Datenbanken werden komplexer, und bei manchen Unternehmen auch genauer. Geld kauft Wissen, Geld kauft Spieler und das Wissen um den passenden Spieler bringt den Erfolg. Das will ich nicht abstreiten. Der Erfolg jedoch, das erwähnte ich vorhin bereits, dient ausschließlich der Gewinnmaximierung. Die Vermessung des Spiels verändert die Voraussetzungen. Fußball ist kein Player’s Game mehr. Denken Sie sich einfach Messi und Ronaldo weg. Was bleibt dann? Die Vermessung des Fußballs kann natürlich zur Chancengleichheit beitragen, sie kann für kleine Unternehmen ein Schlüssel sein, aber sie wird, hat sie sich einmal flächendeckend durchgesetzt, wieder mit Kapital entschieden. Und dieses Kapital kommt immer häufiger von immer weniger Großkonzernen. Alles hängt mit allem zusammen.

EH: Das dürfte dann der vierte und letzte Punkt sein?

DD: Sie haben aufgepasst, Frau Heistek! Respekt. FIFA, UEFA, ECA, DFB, DFL. Hüten Sie sich vor Akronymen! Dazu kommen Gazprom, Katar, Volkswagen, Adidas, Puma, Nike, Red Bull. Wem nützt es? Blatter, Niersbach, Rummenigge, Platini, Beckenbauer, Rauball, Zwanziger, Garcia, Bierhoff und ihre Schattenmänner. Natürlich ist man da machtlos. Natürlich kann man diese Strukturen nicht verändern, maximal drauf hinweisen. Das ist schade. Mit der Bedeutung stieg die Abhängigkeit. Was kann zerschlagen werden? Und was ändert es. Das Lama reitet immer weiter. Nur der Jockey wechselt. Hoffentlich merkt der Trainer nichts. Gnihihi.

EH: Herr Dembowski, ich danken Ihnen für dieses Gespräch.


Das Sommerfest am nächsten Tag ist ein voller Erfolg. Trotz deutlicher Defizite kann Dörte im abschließenden Lamarennen den entgeisterten Trainer um eine Kopflänge schlagen. Nur für Justin Hagenberg-Scholz endet der Abend mit einer Enttäuschung. Er findet keinen Weg, ein Lamarennen zu vermessen. Im Oderbruch gibt es kein Internet.  Zumindest nicht heute.